movaplan löst Knoten in Sursee
Der Kanton Luzern möchte das Strassennetz in Sursee zukunftsgerichtet weiterentwickeln. Dazu hat er in den letzten Jahren den Prozess “Optimierung Gesamtverkehrssystem Region Sursee” durchgeführt. Ich durfte den ganzen Prozess als Bauherrenunterstützung prozessual und planerisch begleiten.
Die Region Sursee ist das zweite urbane Zentrum im Kanton Luzern und ein kantonaler Entwicklungsschwerpunkt. Bevölkerung und Wirtschaft wachsen – und damit auch der Verkehr. Schon heute ist das Strassennetz zu den Hauptverkehrszeiten überlastet. Insbesondere zu Spitzenzeiten gibt es regelmässig Stau. Häufig können Busse den Fahrplan nicht mehr einhalten. Ohne Massnahmen wird sich die Situation bis 2040 weiter verschärfen.
Der Kanton Luzern hat bis 2022 basierend auf Studien und Verkehrsmessungen einen Lösungsansatz entwickelt, der das Gesamtverkehrssystem dank gezielter Massnahmen optimiert. Die vorgeschlagene Lösung setzt auf eine Neuorganisation der Verkehrsinfrastruktur mit baulichen Anpassungen wie Knotenumbauten und Busspuren. Sie ermöglichen es, den Verkehr gezielt zu steuern und den öffentlichen Verkehr zu bevorzugen. Die Bestvariante wurde in den letzten Jahren im Rahmen eines Betriebs- und Gestaltungskonzepts (BGK) vertieft. Dabei wurde der Strassenraum der Ringstrasse von Fassade zu Fassade betrachtet. Ziel des Planungsprozesses waren gut aufeinander abgestimmte Lösungen für alle Verkehrsmittel und die Aufwertung von Stadt- und Freiraum. Für die Begleitung wurde ein Mitwirkungsprozess mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Region durchgeführt. Eine Delegation von rund 100 Personen aus Politik, Verbänden und der Zivilgesellschaft diskutierte als «Forum Ringstrasse» an drei Veranstaltungen unter Moderation von frischer Wind die Vorschläge des Planungsteams.
Am 1. September haben die Verantwortlichen von Verkehr und Infrastruktur (vif) Luzern des Kanton Luzern die Bestvariante für die künftige Gestaltung der Ringstrasse in Sursee vorgestellt. Die frühere Umfahrungsstrasse, die heute mitten durch das Siedlungsgebiet führt und täglich von mehr als 25'000 Motorfahrzeugen befahren wird, soll siedlungs- und klimaverträglicher gestaltet werden. Der Busverkehr wird bevorzugt, Velo- und Fussverkehr sollen entlang und über die Strasse sicherer und attraktiver unterwegs sein. Die Ringstrasse wird auch künftig eine wichtige regionale Verkehrsachse bleiben. Sie wird aber nach den geplanten Umbauten insbesondere für den ÖV, den Fuss- und Veloverkehr und die angrenzenden Nutzungen attraktiver. Die vorgeschlagene Lösung ist bis am 2. November in einer öffentlichen Anhörung.
Ich durfte als Bauherrenunterstützung den ganzen Planungsprozess begleiten. Wichtig war mir dabei neben der administrativen und prozessualen Unterstützung auch die fachliche Begleitung des Planungsteams. So entstand ein Schlüsselelement der jetzt vorgeschlagenen Bestvariante - die Aufteilung des sehr grossen vierarmigen Knotens Schlottermilch in zwei kompaktere dreiarmige Knoten - im direkten Austausch zwischen kantonaler Projektleitung, Planungsteam und mir. Vielen Dank an das tolle Planungsteam von Emch+Berger WSB AG, freiraumarchitektur GmbH und ecoptima ag - die Zusammenarbeit mit euch war inspirierend und hat Spass gemacht!
Mehr Infos auf der Projektwebsite: https://vif.lu.ch/kantonsstrassen/planung_studien/ogv_region_sursee